Bärlauch für Läufer  - Gesundbrunnen im Mai

Wer beim Laufen durch den Stadtwald einfach seiner Nase folgt, wird früher oder später an einem Bärlauch-Teppich vorbeikommen. Der Bärlauch, verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch blüht von April bis Mai. Die weißen Blüten sind schmal und länglich, sternförmig angeordnet und erinnern an die Form von Tannennadeln. Obwohl die Blüten eher unscheinbar aussehen, kann man schnell erkennen, ob es sich um Bärlauch handelt. Falls Zweifel bestehen, sorgt der unverwechselbare Lauch-Geruch für Gewissheit. Der Duft lässt den einen oder anderen schon mal die Route wechseln. Ich persönlich sauge gern den Lauch- Geruch ein und verweile bei Bärlauchpflanzen. Doch was das Pflücken betrifft, bin ich im Wald lieber vorsichtig. Denn die Blüten sind zwar einzigartig, aber die Blätter sind leicht zu verwechseln mit anderen Pflanzen, die teilweise sogar giftig sind, wie das Maiglöckchen.

Außerdem darf Bärlauch nicht überall gepflückt werden. In einigen Landstrichen (wie Berlin und Brandenburg) ist er so selten, dass er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Dort ist das Sammeln verboten, ebenso wie in Naturschutzgebieten.

Doch ich habe Glück,  vor unserer Haustür wachsen auch Bärlauch-Pflanzen. Hier kann ich mir zur Erntezeit ein paar Blätter pflücken, um einen leckeren Quark zuzubereiten. Kleingeschnittene Blätter in Quark helfen gegen Magen-Darm-Beschwerden und sollen sogar den Cholesterin-Spiegel senken. Der frische Quark ist gerade nach dem Laufen gesund und belastet nicht. Als Läufermahlzeit liefert er nach der sportlichen Anstrengung viel Vitamin C, Eisen und Magnesium. Ihm wird eine schwachgefäßerweiternde Wirkung nachgesagt, er ist gut bei Herzkrankheiten und hat eine antibiotische und antiseptische Wirkung, allesamt Eigenschaften, die ich als Läuferin während der Marathonvorbereitung gut gebrauchen kann.

Dabei schont der Verzehr sogar die Mitmenschen, denn der Bärlauch enthält weniger Geruchsstoffe als normaler Knoblauch.